DE SILENTIO MOVENTI-
EIN INTERNAT FÜR MUSIK UND TANZ
Der Schulbau im Allgemeinen ist aus gesellschaftlichen und pädagogischen Gründen seit einigen Jahren einem stetigen Wandel unterworfen. War die Schule früher - überspitzt formuliert - geprägt durch Zuhören und Antworten,
durch Lesen und Schreiben, so spiegelt sie heute als vielleicht wichtigster sozialer Ort der Heranwachsenden durch ihre lernrelevanten Aktivitäten Offenheit und Vielfalt wider: Konzentration, Erleben, Erfinden, Entdecken, Ausprobieren,
Entwerfen, Recherchieren, Begreifen, Hinterfragen, Gestalten, Präsentieren, Auseinandersetzen, Zuhören, Zuschauen, Spielen, Singen, Toben, Chillen, Musik machen, Essen, Trinken, Entspannen, usw.
Die Nutzungsanforderungen
von Schüler/-innen sind gekennzeichnet durch differenzierte und über den Tag hinweg immer wieder wechselnde Aktivitäten. So wie sich die Aktivitätsmuster der Schüler/-innen grundlegend verändert haben, so steht in der Folge auch die Architektur im Schulbau vor neuen räumlichen Herausforderungen.
Bei einem Internat (lat. internus = im Inneren befindlich, vertraulich) kommt noch eine wesentliche Funktion hinzu: das Wohnen. Schülerinnen und Schüler verbringen an diesem Ort nicht nur ihre Lern-, sondern zudem den größten Teil ihrer Freizeit. Nach Hause geht es in der Regel nur an den Wochenenden und in den Ferien. Lernen und Wohnen als integratives pädagogisches Konzept von Schule und Wohnbereich, sind als pädagogische Einheit „unter einem Dach“ zu sehen. Vermeintlich räumliche Gegensatzpaare, wie Konzentrieren/Regenerieren und Bewegen/Ruhen, sind hier ebenso einzubeziehen wie die Tatsache, dass es sich bei einem Internat – ganz im Sinne der „klösterlichen“ Klausur
(hieraus entwickelte sich der heutige Typus des Internats) – auch um einen Ort der konzentrierten Abgeschiedenheit handelt. Denn der Grund für das Wohnen im Internat ist in der Regel die bessere schulische Förderung.
Das zu beplanende Grundstück befindet sich in Odenthal - Altenberg, süd-westlich des Altenberger Doms - einem Tal etwa 20
Kilometer nordöstlich von Köln im Bergischen Land. Es verfügt über eine Fläche von ca. 6000 qm. Der bisher auf dem Grundstück
befindliche Bestand in Form eines Spielplatzes samt Grillplatz ist durch den Entwurf eines Internats für Musik und Tanz
mit 6 Wohngruppen samt Außenbereich zu ersetzen.
Bachelor Thesis WS 18/19
Prof. Dipl.- Ing. Paul Böhm
Prof. Andreas Denk
Fakultät 05
Institut 01 Architektur,
Konstruktion und Theorie

DIE NATUR WIRD ALS URSPRUNG DES MENSCHEN GESEHEN. DER ENTWURF
GELIDERT SICH IN DREI VERSCHIEDENEN GEBÄUDETEILE. LEDEGLICH DER WEG
ZUM EINGANG IST SICHTBAR. MAN HAT ZEIT DEN BLICK STREIFEN ZU LASSEN.
DIE SCHÖNHEIT DES GEBIETES UND DIE DER NATUR AUF SICH WIRKEN ZU LASSEN.
LOSZULASSEN UND EINEN KLEINEN BLICK AUF DIE ANDEREN GEBÄUDE
ZU WERFEN. ES FOLGT DER KREISLAUF DER ENTSPANNUNG. BESTEHEND AUS
WOHNZELLEN.
ZWISCHEN DIESEN DREI GEBÄUDEN WANDERT DER BESUCHER/SCHÜLER
DURCH DIE NATUR, STETS GELEITET DURCH DEN BLICK AUF DAS KOMMENDE.
DIE WOHNZELLEN LIEGEN AN DER ZURÜCKGEZOGENEN, KLEINEN FLUSS. DIE
SCHÜLER*INNEN BEWEGEN SICH DURCH SCHMALEN WEG, OFFENEN LAUBENGANG,
AN DER DIE ZWANZIG WOHNZELLEN ANSCHLIEßEN.
AN- UND ENTSPANNUNG, DIE RÜCKBESINNUNG AUF DAS WESENTLICHE UND
NEUGIER AUF DAS KOMMENDE BESTIMMEN DIE GESAMTE ATMOSPHÄRE DES
RETREATS.
















GEMEINDEZENTRUM + KIRCHENUMFELD
ST. NIKOLAUS, BENSBERG
Ort
Das Gemeindezentrum von St. Nikolaus befindet sich in Bensberg in der Nikolausstraße. Es wurde 1974 errichtet und seitdem bauliche nicht verändert. In den vergangenen Jahren wurden größere Renovierungsarbeiten erforderlich und auch vom Erzbischöflichen Generalvikariat genehmigt, jedoch zurückgestellt zugunsten einer grundsätzlichen Planung auf Basis eines pastoralen Zukunftskonzeptes. Während die Kirche St. Nikolaus mit dem hohen Glockenturm in der Stadt sehr gut sichtbar und stets präsent ist, ist das Gemeindezentrum
“Treffpunkt” am heutigen Standort von der Innenstadt aus nicht zu erkennen. Das gleiche gilt für das Pastoralbüro. Die Architektur des Gemeindezentrums “Treffpunkt” begegnet Menschen heute zudem mit einer weitgehend geschlossenen Ziegelsteinfassade, der Zugang erfolgt über einen engen Weg in einen Innenhof neben der Kirche. Kirchliches Leben im Gemeindezentrum und Pastoralbüro ist daher aufgrund der Standorte und der Architektur weitgehend entkoppelt von der Innenstadt Bensbergs.” (Auszug aus der Pastoralen Leitlinie)
Aufgabe
Entwicklen Sie im Verlauf des Semesters ein Gemeindezentrum inkl. der Freiraumgestaltung, dassdas Gebäudeensemble um St. Nikolaus städtebaulich ergänzt. Funktional und räumlich sollte sich das Gemeindezentrum gut in den Stadtteil um St. Nikolaus eingliedern und die vor Ort befindlichen Nutzungen sinnvoll ergänzen. Entwickeln Sie ein ideales Konzept , indem Räume und Plätze so gestaltet sind, dass sie die inhaltlichen, pastoralen Schwerpunkte (Leitlinie) unterstützen: offen, sichtbar und lichtdurchflutet.
IAKT I Institut für Architektur. Konstruktion. Theorie
BA 5 I Wintersemester 2017 / 2018
Projekt, Angewandter Entwurf
Dipl.-Ing. Patricia Merkel











QUARTIERSBIBLIOTHEK AM
PANTALEONSBERG KÖLN
Ort
St. Pantaleon ist eine der ältesten romanischen Kirchen Kölns.
Rund um das Gebäudeensemble des ehemailgen Klosters und der heutigen Kirche St. Pantaleon finden Sie ein komplexes und sehr interessantes Grundstück vor. Die Baustruktur auf dem Planungsgebiet ist sehr heterogen und über die Jahre
entstanden bzw. verändert und umgenutzt worden.
Die Gebäudeflügel der Klosteranlage im Nordosten werden derzeit als Wohnheim für Flüchtlinge, welches vor Kurzem fertiggestellt wurde, und als Kindertagesstätte genutzt. Das Gelände südöstlich des Kindergartens und des Chors der Kirche müssen unangetastet bleiben. Ein anderer Flügel der Klosteranlage beinhaltet das Pfarramt der Kirchengemeinde St. Pantaleon. Durch den Niveauunterschied des Pantaleonsbergs von ca. 3 Metern vonNordwesten nach Südosten befindet sich im Süden ein in den Hang gebauter Gemeindesaal, der zur Disposition gestellt wird.
Aufgabe
Entwickeln Sie eine kleine Quartiersbibliothek in Skelettbauweise, die das Gebäudeensemble um St. Pantaleon städtebaulich ergänzt. Funktional und räumlich sollte sich die Bibliothek gut in den Stadtteil um St. Pantaleon eingliedern und die vor Ort befindlichen Nutzungen sinnvoll ergänzen.
IAKT I Institut für Architektur. Konstruktion. Theorie
BA 4.2 I Wintersemester 2016 / 2017
Entwerfen + Konstruieren
Prof. Christopher Schroeer-Heiermann
Prof. Dipl.-Ing. Susanne Kohte















VERDICHTUNGSFORMEN
IM EHRENFELDER WOHNUNGSBAU
Ort
Das Grundstück befindet sich in direkter Nähe zum Bahnhof in Köln Ehrenfeld an der Hansemannstrasse. Ein lebhafter, gesellschaftlich wie architektonisch heterogener Stadtteil, der hinsichtlich zukünftiger baulicher Entwicklungen im Fokus der städtischen Aufmerksamkeit liegt. Die Baulücke bzw. die Parkfläche befindet sich auf der Hansemannstraße.
Aufgabe
Entwickeln sie ein Konzept und eine architektonische Lösung, die Antworten auf folgende Fragen gibt: Wie sieht ein bezahlbarer und qualitätsvoller Wohnungsbau in einem unkonventionellen und dichten städtebaulichen Kontext aus ? Welches Nutzungskonzept und welche Nutzerdurchmischung stellen eine passende Lösung für diesen Ort dar ? Wie sehen Verbindungen und Schwellen zum umgebenden Stadtraum aus ? Wie gliedert sich die Planung geschickt in den Kontext ein?
IAKT I Institut für Architektur. Konstruktion. Theorie
BA 3 I Wintersemester 2016 / 2017
Entwerfen + Konstruieren
Dipl.-Ing. Rüdiger Karzel




















MENSCH UND RAUM
“Unter sachlich klarer Arbeit verstehe ich das erneuerte Bewußtsein, dass die Architekur die Kunst der Raumumschließung ist,
dass daher auf den Raum in architektonischer Beziehung, konstruktiv wie dekorativ, der Hauptwert zu legen ist, und dass infolgedessen
ein Gebäude nicht in erster Linie eine Manifestation nach außen sein darf.” — Hendrik Petrus Berlage
Inhalt
Architektonischer Raum umgibt uns nahezu ständig. Dies mag ein Grund dafür sein, dass wir seiner
Beschaffenheit und seiner Proportion meist wenig Aufmerksamkeit schenken. Gleichzeitig ist unbestritten, dass die Räume, in
denen wir uns bewegen und aufhalten Einfluss auf uns nehmen. Je nach Beschaffenheit und Gestalt nehmen wir sie mit unseren
menschlichen Sinnen ganz unterschiedlich wahr. Räume können zum Beispiel Verhaltensmuster beeinflussen, Wohlbefinden
fördern, Ängste verstärken, sogar krank machen oder aber, in vielen Fällen, völlig ausdruckslos sein.
Als Architekten haben wir die Verantwortung überlegte Räume zu entwerfen, die den Tätigkeiten dienen, die darin stattfinden
und ihnen Ausdruck geben, denn Architektur ist Raumkunst!
Aufgabe
Entwerfen Sie einen Raum der Sinne. Setzen sie sich hierzu mit den menschlichen Sinnen und ihrem Ausdruck im architektonischen Raum auseinander. Denken Sie über eine entsprechende Zonierung ihres Raumes nach. Beschäftigen sie sich mit Proportionen und ihren Auswirkungen auf das Raumgefühl. Berücksichtigen Sie ihre Erkenntnisse aus
Übung 01. Die Besonderheit: Entwickeln Sie den Raum aus einem gedachten Massiv durch Subtraktion. Anstatt Wände zu ziehen, bilden Sie Nischen und Bereiche aus – Wände sind nicht zulässig. Denken Sie zur Unterscheidung der Bereiche über unterschiedlicheRaumhöhen nach. Ignorieren Sie Öffnungen und Zugänge zu Ihrem Raum und konzentrieren Sie sich beim Entwurf auf die gute
Proportionierung Ihres Raumes!
Institut 01_ Architektur, Konstruktion und Theorie
ENTWERFEN I: MENSCH UND RAUM
Prof. Christopher Schroeer-Heiermann










KONSTRUIEREN I:K _ HÜLLEN
"Qualität und Sorgfalt der Fügungspunkte im Zusammenschluss einer gemauerten Wand mit anderen Bauteilen sind nicht
nur Zeugnis und Massstab einer abstrakten Planungsqualität, sondern sie prägen die Gestalt eines Hauses"
aus: Walter Belz, Zusammenhänge, Rudolf Müller Verlag, Köln, 1999
Inhalt
Das in der Übung Ü01:k beschriebene 'Einraumhaus' bleibt Gegenstand der Übung. Sie haben
sich zunächst mit nur einem Aspekt, dem Tragwerk dieses Gebäudes beschäftigt. Benutzen Sie den Schnitt der vorangegangen
Aufgabe als Grundlage für die weiterführenden Überlegungen zu den Hüllfunktionen, zu "Dämmen und Dichten".
Entwickeln Sie aus den Materialvorgaben - Achtung: zwei Alternativen der Ausbildung der Aussenwand - und den Anforderungen
der Hülleigenschaften die notwendigen Schichten der Bauteile "Boden" und "Dach" und überlegen Sie sorgfältig
die Fügungspunkte "Wand und Boden" und "Wand und Dach".
Institut 01 für Architektur. Konstruktion. Theorie.
BM 1.2 KONSTRUIEREN I, WS 2015|16_Ü02:K _ HÜLLEN
Prof. Christopher Schroeer-Heiermann


KONSTRUIEREN I:K _ TRAGEN
"Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. ... Architektur ist eine Sprache mit der
Disziplin einer Grammatik. Man kann Sprache im Alltag als Prosa benutzen. Und wenn man sehr gut ist, kann man ein
Dichter sein." Ludwig Mies van der Rohe
"Die Art des Zusammenklanges aller realen oder imaginären Rechteckfelder der tektonischen Komposition entscheidet
deren ästhetische Qualität." Wolfgang von Wersin, Das Buch vom Rechteck, S. 37
Inhalt
Ziel ist es, Mauerwerk in seinen Trag- und Hülleigenschaften kennenzulernen, in den verschiedenen
konstruktiven Massstäben zu untersuchen und zu zeichnen. In dieser Übung geht es um das Erkennen von Tragen
und Lasten, um die Fügung der Mauersteine zu einer tragenden Aussenwand als Sichtmauerwerk und um "Störungen" im
Element Mauerwerkswand: Öffnungen und die Sturzausbildung. Ausserdem lernen Sie den "Werkplan-Massstab" 1/50
kennen und die entsprechende Vermassung. Vorbild sind beispielsweise die Pavillons von Erwin Heerich des Museums
Insel Hombroich und deren sichtbare Oberflächen: aussen Sichtmauerwerk, innen weiss gestrichener Putz an den Wänden,
Decke Sichtbeton, Basaltlavaplatten als Bodenbelag.
Institut 01 für Architektur. Konstruktion. Theorie.
BM 1.2 KONSTRUIEREN I, WS 2015|16_Ü01:K _ TRAGEN
Prof. Christopher Schroeer-Heiermann














